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Nach einem Erlass des Gesetzgebers vom November 2008 werden alle Krankenkassen verpflichtet, ab Sommer 2009 neue Hausarztverträge nach § 73B des Bundessozialgesetzes anzubieten. Wir Hausärzte orientieren uns hierbei an bereits bestehenden mustergültigen Verträgen, wie sie zwischen den Hausärzten und der AOK in Baden-Württemberg und in Bayern bereits bestehen.
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Diese Verträge beinhalten deutlich weniger Bürokratie für unseren Berufsstand als bisher und dementsprechend mehr Zeit für den einzelnen Patienten bei gleichzeitig endlich verbesserter Vergütung für unsere Arbeit. Sie bedeuten aber auch einen Ausstieg aus dem System, wie es z.Zt. noch von der „Kassenärztlichen Vereinigung“ hochgehalten wird. Aktuell ist dieses nur noch geprägt von zunehmender Reglementierung und Schikane, womit uns die Arbeit erschwert wird. Allmählich versteht von uns keiner mehr, wie und wohin Geld verschoben wird. Wir erleben nur noch, dass es immer schwieriger wird, den Standard zu halten. Was den Bauern die Milchquote ist, heißt bei uns „Hamsterrad“. In immer kürzerem Zeittakt müssen Ärzte immer mehr Patienten mit z.T. unnötigen Untersuchungen durchziehen, um wirtschaftlich eben noch zu überleben. Dieses Gesundheitssystem ist krank. Da wollen wir raus.
Wir suchen nach Ordnung. Wir wollen keine Ultraschalluntersuchungen u.ä. mehr machen, nur um bestimmte Pauschalzuschläge zu kassieren. Wir wollen auch keine Abstaffelungen, die unsere Arbeit nicht mehr honorieren, wenn bestimmte Budgetgrenzen überschritten werden. Wir wollen keine unnötigen Überweisungen im Ringelreihen, nur um die Kontaktzeit zum Patienten kurz zu halten und die Patientenzahl auf das quotenverträgliche Maß optimal zu trimmen.
Was wir wollen, sind definierte und angemessene Vergütungssätze für Leistungsbereiche, die wir je nach Ausbildungsstand und Einsatzbereitschaft erbringen, unabhängig von irgendwelchen Quoten. Wir wollen uns in angemessener Weise wieder um den Kranken kümmern können und ihm die Zuwendung und Zeit zur Verfügung stellen können, die nicht von Budgets, Quoten und Formularen geregelt wird, sondern von der Erfordernis des einzelnen Falles.
Traditionell sollte der Hausarzt der erste und meist auch der letzte Ansprechpartner des Patienten sein. Er sollte derjenige sein, der seinen Patienten am besten kennt und versteht, und zwar nicht nur im medizinischen Sinn. Er sollte in der Lage sein, seinem Patienten den Weg zu weisen in den teils verworrenen Pfaden unseres Gesundheitssystems und ihm ermöglichen, Entscheidungen zu treffen.
Insofern ist die Rolle des Hausarztes eine zentrale Rolle, die geprägt sein muss von gegenseitigem Vertrauen, von Nähe, hoher medizinischer Kompetenz und Einfühlung in die Belange des Patienten. Und das alles erfordert Zeit, die man uns im gegenwärtigen System immer weniger lässt.
Dafür benötigen wir Hausarztverträge, die unsere Arbeit wieder kalkulierbar machen und erträglich in jeder Hinsicht. Sonst bricht uns der Nachwuchs noch weiter weg.
Und darum kämpft zurzeit unser Hausärzteverband und verhandelt mit den Krankenkassen. Wenn es einen vernünftigen Abschluss gibt, sind wir dabei und Sie dann hoffentlich auch mit uns.
Unter „News“ halten wir Sie auf dem Laufenden.
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